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Bewerbung- Anspruch auf Ersatz von Vorstellungskosten


Veröffentlicht in der Tageszeitung "Darmstäder Echo" am 27.08.2005


 

Da in der heutigen Zeit Arbeitsplätze nicht „auf der Straße“ liegen, sind viele Arbeitnehmer gezwungen, sich bei einer Vielzahl potentieller Arbeitgeber zu bewerben. Die hierbei entstehenden Kosten sind nicht zu unterschätzen und gerade für arbeitslose Bewerber häufig ein Problem. Es stellt sich daher immer wieder die Frage, inwieweit die Kosten der Bewerbung bzw. für ein Vorstellungsgespräch vom Arbeitgeber getragen werden müssen.

Grundsätzlich gilt: Wer sich unaufgefordert bewirbt, kann keine Kostenerstattung verlangen. Das gleiche gilt auch für die Erstattung von Fahrtkosten, wenn der Arbeitssuchende sich z.B. aufgrund eines Zeitungsinserates umgehend zum neuen Arbeitgeber begibt und sich dort vorstellt. Hier kann allenfalls bei bestehender Arbeitslosigkeit vom Arbeitssuchenden ein Zuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden.

Fordert der Arbeitgeber allerdings zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch auf, so hat er regelmäßig die Vorstellungskosten des Bewerbers zu tragen. Dies gilt auch dann, wenn ein Arbeitsverhältnis später nicht zustande kommt. Die Einladung des Arbeitgebers stellt eine stillschweigende Kostenübernahmeerklärung dar, weswegen der Arbeitgeber erforderliche Fahrtkosten, unter Umständen sogar Übernachtungs- und Verpflegungskosten zu tragen hat. Allerdings besteht der Kostenerstattungsanspruch nicht unbeschränkt, vielmehr müssen sich die anfallenden Kosten im Rahmen der Verhältnismäßigkeit bewegen. Soweit unverhältnismäßige oder nicht erforderliche Kosten vom Bewerber eingefordert werden, muss der Arbeitgeber nicht zahlen bzw. die Kosten nur in angemessener Höhe erstatten. So sind beispielsweise Taxikosten nur dann zu ersetzen, wenn der Vorstellungsort ohne Taxi nicht oder nur mit einem unverhältnismäßig hohen Zeitaufwand zu erreichen gewesen wäre. Flugkosten hingegen sind in der Regel nur dann erstattungsfähig, wenn der Arbeitgeber die Übernahme zugesagt hat.

Die Verpflichtung des Arbeitgebers zum Ersatz von Vorstellungskosten besteht auch dann, wenn der Bewerber nicht vom Arbeitgeber selbst, sondern von einem vom Arbeitgeber beauftragten Unternehmensberater zu dem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde.

Allerdings kann sich der Arbeitgeber seinerseits von der generell bestehenden Kostenerstattungspflicht freimachen, wenn er mit dem Bewerber eine entsprechende Vereinbarung trifft. Eine Erstattung von Vorstellungskosten scheidet aus, wenn der Arbeitgeber vor dem Vorstellungstermin den Bewerber ausdrücklich – aus Beweisgründen möglichst schriftlich - darauf hinweist, dass die Vorstellungskosten nicht bezahlt werden. 


Nicole Brauer
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Kasinostraße 5, 64293 Darmstadt
Tel. 06151/30 766-0

 



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